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Die verlorene Erinnerung

… hat sich durch den frostigen Wind im eisigen Nimmerland gekaempft um schlussendlich erschoepft, aber zufrieden und wohlbehalten im warmen, sonnnenverbrannten Land anzukommen, in dem die Erde die gleiche Farbe hat wie Tomaten. Dicke, fleischige Tomaten. Keine vom Strauch. Naja, und wenn sie nicht gestorben ist, dann lebt sie noch heute. Die Erinnerung. Wer denn sonst?

Und wenn wir mal wieder im Regen versinken, uns das Wasser wortwoertlich bis zum Halse steht, kann ich nur hoffen, dass ich morgen zum Flieger komme. Ilfracombe sieht allerdings schon wieder ganz gut aus, nur Longreach wird gerade geflutet, weil der Thompson River jetzt freie Bahn ueber die Stadt hereinzubrechen. Ja und unten in Victoria herrschen die schlimmsten Braende in der Geschichte Australiens. 166 sind schon gestorben, ueber 5000 obdachlos. Jeder sammelt hier und spendet und die werden gut versorgt. Ja und morgen gehts fuer mich nach Hobart, wo es regnet und 10 bis 17 Grad kalt ist. Brrr. Es ist doch Sommer!

Naja, eigentlich wollte ich nur schnell vergessenes nachholen und vom Northern Territory (in dem man uebrigens nicht in allen Kneipen und Pubs noch rauchen darf, wie mir erzaehlt wurde) und Western Australia berichten (ja und auch da haben wir die Hitzewelle verpasst, angenehme 36 Grad sind da gerade).

Nunja, nachdem wir ja von Melbourne irgendwie alle nicht so wirklich begeistert waren, sei es, weil wir einfach zu wenig Zeit dort hatten oder weil alle Geschaefte zu waren oder das Wetter einfach grausig war. So richtig schoen war Melbourne nicht. Aber ich denke man muss das einfach mal bei Sonnenschein und viel Zeit im Hinterstuebchen betrachten. (die Feuerwaelle sind uebrigens nur 100 km vor Melbournes Mauern)

Schliesslich sind wir dann also am Freitag Morgen, dem … aehm … 24. (?) 1. nach Alice Springs geflogen. (Kleiner Tipp nebenbei: Hab im Flugzeug den Film „The Dutchess“ geguckt. Ganz grosses Kino, unbedingt angucken!) Hach, war das da schoen warm. Endlich wieder Grade an die 40iger-Marke. Sehr sehr schoen. Und nachdem wir eine grossartige Auseinandersetzung mit der Kuh von unserer Autovermietungscompany hatten (nein, ich nenne keine Namen, aber es war echt zum Ausrasten .. und ihr Englisch war schlechter als meines), sind wir zu unserem Mitsubishi (richtig geschrieben?!) Lancer gegangen und nachdem ein Koffer neben Mamsi auf dem Ruecksitz Platz neben musste (der hatte sich im Kofferaum zu dick gemacht), ging es auch schon geschwind nach Alice Springs. Dort wurde einem dann zum ersten Mal klar, dass man wirklich im Land mit der roten Erde ist. Grossartig der Kontrast zwischen kristallblauem Himmel und dem tiefen Rot des Unterbodens. Wie durch ein Wunder haben wir uns auch gleich ein Motel gesucht (was eher einem Resort glich und am Ende in der Auswertung der besten und schlechtesten Motels den ersten Platz abgeraeumt hat. Herzlichen Gleuckwunsch schon mal an dieser Stelle!) und konnten bis zum Auschecken nicht glauben, dass der Preis fuer das ganze Zimmer sein sollte (welches mit zwei Kingsizebetten, Balkon und einer Dusche fuer fuenf daher kam), also fuer drei Personen und nicht nur pro Person. Nach kurzer Atempause hatten wir unseren Kram nochmal gesattelt um dem beruemten Dessert-Park einen Besuch abzustatten (wahrscheinlich nicht die beste Idee am brennenden Nachmittag und mit fast nicht vorhandenen Wasservorraeten). Naja, irgendwie haben wir es doch ueberlebt und waren beindruckt von den drei verschiedenen Wuestenarten, die dort dargestellt wurden. Dort hatte ich uebrigens auch den ersten Kontakt mit einem Bilby, Foto gibts hier. So suess! Naja, nach leckerem, selbst gekauftem Abendbrot bin ich einfach nur ins Bett gefallen. Ich glaube das war auch der Hoehepunkt meiner Krankheit, nachdem es mich ja nach Papsi und Mamsi zum Schluss erwischt hatte. Am naechsten Morgen ging es dann auf zum Kings Canyon, der bis auf ein paar Regentropfen durch nichts erschuettert wurde. Nur das geradeaus-Fahren war ein bisschen langweilig (also eher, dass man trotzdem eine Geschwindigkeitsbegrenzung hatte). Aber die Landschaft (obwohl mancher sagen wuerde „da gab es doch gar nichts zu sehen“) fand ich atemberaubend. Schliesslich im Kings Canyon Resort angekommen (es gibt nur eins, aber mit unterschiedlichen Budgetklassen der Zimmer), haben wir zugleich auch ins schlechteste Motel/Hotel eingecheckt. Vom Preisleistungsverhaeltnis her. Naja, das muss man ja nicht ausschmuecken. Den Abend haben wir am Sunsetviewing-Point (bei dem die Sonne auf fuenf verschiedenen Seiten unterzugingen schien) und im Pub verbracht, haben uns ein voellig ueberteuertes Essen im Restaurant verkniffen mit dem Versprechen das am Ayers Rock nachzuholen (haetten wir doch nur gewusst …). Zunaechst ging es aber am naechsten Morgen hoch auf den Kings Canyon und drumherum und hierlang und dortlang. Insgesamt eine 6 km Wanderung, fuer die man ca. 4 Stunden braucht (wir haben sie in 3 1/2 geschafft, hihi). Total grossartig, da immer wechselnde „Landschaft“. Klasse Fotos sind entstanden und Ausblicke genossen. Zum Abkuehlen ging es in den Pool und auf zum Ayers Rock, von den Aborigines Uluru genannt. Vorbei am Mt Connor (groesser aber viel unbekannter als Uluru) sind wir – mit gut gefuelltem Tank – zum roten Felsen gebraust (naja, am Ende wurde das Benzin doch etwas eng, als die Tankanzeige auf den letzten 50 km nur noch 0 anzeigte). Drumherum ist wieder nur ein grosses Resort, welches verschiedene Hotels in allen Preisklassen anbietet. Mit nur $8 mehr als in Kings Canyon haben wir ein Zimmer im ****-Hotel genommen (super!) und wollten uns das Abendbrot (wie versprochen) im Restaurant schmecken lassen. Nachdem Papsi nicht ganz so gleuecklich geguckt hatte, als der Kellner ihm die Serviette ueber den Schoss gelegt hatte, sassen wir alle mit offenem Mund da, als wir die Speisekarte oeffneten. Minimum war ein Zweigangmenue fuer $49,90 pro Person gefolgt vom Dreigangmenue fuer $59,90 pro Person. Klasse, dachten wir. Wie sollen wir denn jetzt da wieder rauskommen?! Gar nicht. Essen war schon lecker, auch wenn uns die Rechnung am Ende weh tat (die fast so hoch war wie das ganze Zimmer fuer drei Personen). Naja, mit mehr 0der weniger gefuellten Maegen sind wir doch eingeschlafen (ich hab bestimmt trotzdem von meinen leckeren Garnelen, dem Kangaroo, Krokodil und Kamel getraeumt). Am naechsten ging es wieder vor Sonnenaufgang los zum Uluru (einen ersten Blick erhaschten wir schon am vorigen Tag zum Sonnenuntergang). Eigentlich wollten wir ja einmal drumherum laufen, aber irgendwie gab es nicht einen weg rum, sondern ganz viele, die ineinander uebergingen und ach naja … ich hatte mir das anders vorgestellt. Dass man richtig nah am Felsen laeuft, den anfassen kann und so. Aber es war schon eine tolle Erfahrung und ich bin froh, dass ich da gewesen bin. Mamsi und Papsi sind im Endeffekt doch fast ganz drumrum gelaufen (ich hab das mit dem Auto gemacht und sie eingesammelt) und es hat schon etwas grossartiges und mystisches an sich. Naja, und danach blieb eigentlich gar nicht mehr so viel Zeit als zurueck zum Hotel, duschen, auschecken und ab zum Flughafen. Ja, das Territory hatte schon was fuer sich. Immerhin haben wir Alice in Alice Springs gekauft (wer wuerde nicht darauf kommen). Ach so, Alice ist ein Echidna und auf dem Weg nach Hause. Da Wombi-Wombat doch so aufgeregt war. Vor sich hat er eine dreimonatige Schiffsreise, auf der er sich die ganze Welt angucken will, bevor er in Deutschland sesshaft wird. Hat er mir gesagt. Nun ja. Dann werde ich mich auf die Suche nach dem verschwundenen Platypus machen (ist es naemlich immernoch) und das naechste Mal von Western Australia berichten (sonst liest das ja keiner) …

5 comments Februar 13, 2009


 

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